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Auf dem Weg durch den Informationsdschungel zum Ingenieur

Mehr Ingenieure braucht das Land, ist allenthalben zu lesen. Doch DEN Ingenieur gibt es überhaupt nicht. Die einen bauen riesige Flugzeuge, die anderen winzige Mikrotechnik für die Medizin. Wieder andere bauen Häuser oder Deiche gegen Hochwasser.

Und schließlich wurde auch der Ball „Teamgeist“, mit dem jüngst bei der Fußball-WM gespielt wurde, von einem Ingenieur entwickelt. Da ist es wahrlich nicht einfach, sich zurechtzufinden.

Welche Studiengänge gibt es überhaupt, was kann man damit machen und wo sollte man das am besten studieren? Auf diese Fragen eine Antwort zu finden ist nicht immer ganz einfach. Wir wollen Euch deshalb ein wenig auf der Suche nach Informationen über einen Ingenieurstudiengang helfen: Wo findet Ihr die besten und übersichtlichsten Informationen? Welche Quelle hilft wirklich weiter und wo findet man seriöse Antworten auf konkrete Fragen?

Wer sich erst einmal darüber informieren möchte, ob denn das Studium einer Ingenieurfachrichtung eine viel versprechende Zukunft bietet, kann sich auf der Internetseite der Bundesingenieurkammer genauer umsehen (www.bundesingenieurkammer.de). Dort findet Ihr z.B. Angaben darüber, in welchen Branchen die meisten Ingenieure tätig sind, wie viele Stunden sie arbeiten, wie viel sie verdienen und wie häufig sie von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Darüber hinaus finden sich viele weitere interessante Statistiken auf der Webseite und helfen somit vielleicht bei der Entscheidung, ob ein Ingenieurberuf für die eigene Lebens- und Karriereplanung tatsächlich in Frage kommt.

Dagegen bietet die Initiative Think Ing. mehr als nur Zahlen, denn unter www.think-ing.de werden viele hilfreiche Hinweise für den Weg zum Ingenieur aufbereitet. Sehr schön übersichtlich findet Ihr hier beispielsweise die Dauer und Struktur von Diplom- und Bachelor-/Masterstudiengängen im Vergleich. Auch die unterschiedlichen Abschlüsse von Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien, die zwar alle Diplom heißen, aber doch sehr unterschiedlich lange dauern und aufgebaut sind, werden hier miteinander verglichen. Zusätzlich könnt Ihr im Online-Shop mehr als 50 Informationsmaterialien kostenlos bestellen, sodass sich jeder ein genaues Bild machen kann, welche Alternative seinen Interessen am ehesten entspricht.

 
Später als Toningenieur im Fernsehstudio arbeiten oder als Maschinenbauingenieur in einer großen Fabrik? Oder doch lieber Mechatronik, Elektrotechnik, Wirtschafts- oder Bauingenieurwesen studieren? Die Anzahl der möglichen Fachrichtungen ist riesig!

Auch mal ein Unternehmen und Hochschulen direkt ansprechen
Am besten informiert insgesamt das Webangebot vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI). In der eigens eingerichteten Jugendsektion „Jutec“ findet Ihr nahezu alle Antworten auf Fragen zum Ingenieurberuf. Nicht nur sind dort Erklärungen zu vielen Fachrichtungen des Berufs, vom Luft- und Raumfahrttechniker, über Nano- oder Umwelttechnik zum Biotechnologen nachzulesen, denn mehr als 20 Berufsrichtungen und konkrete Berufsbilder in Unternehmen bekommt ihr auf der Internetseite www.vdi-jutec.de präsentiert. Auch lassen sich dort zahllose Antworten auf konkrete Fragen finden. So z.B. wie ein Bachelor- und Masterstudium aussieht oder ob eher eine Universität, eine Fachhochschule, vielleicht sogar eine Technische Hochschule oder doch lieber eine Berufsakademie für Euch das Richtige sein könnte.

Was für Fähigkeiten sollte man eigentlich mitbringen, wenn man Forscher werden will und bei wem gehört denn überhaupt das Reisen mit zum Beruf? Vielen solchen speziellen Fragen wird auf der Webseite nachgegangen. Das Internet-Angebot des VDI könnte Euch somit dabei helfen, Euren Interessen und Fähigkeiten entsprechend die richtige Wahl der Fachrichtung und der Studiumsbedingungen zu treffen.


Auf www.ingenieurkarriere.de findet ihr ebenfalls zahlreiche Berufsprofile und könnt euch schon vor dem Studium orientieren, ob ihr später in der Forschung, der Produktion oder im Vertrieb arbeiten möchtet. Hier erfahrt ihr zudem, welche soft skills für Ingenieure wichtig sind, und findet einen umfangreichen Stellenmarkt, der auch Praktikumsangebote entählt.
Sehr zu empfehlen ist außerdem das Heft Ingenieur Studium, das vom VDI Verlag herausgegeben wird, allerdings auf der Website von Think Ing. bestellt werden kann. Auf mehr als 60 Seiten sind hier spannende Reportagen von Ingenieuren unterschiedlichster Berufsrichtungen zusammengetragen. Selten ist Technik so vielfältig und aufregend dargestellt worden, sodass die kostenlose Bestellung auf www.think-ing.de zu einem der lohnenswertesten Schritte überhaupt auf der Suche nach Informationen werden könnte.


Natürlich können sich Interessenten auch direkt bei einem möglichen Arbeitgeber informieren. So bieten viele Unternehmen wie Siemens, BMW, VW, Audi, Die Bahn, Continental und unzählige weitere Firmen Informationen zu den Fachrichtungen, die in technischen Unternehmen gefragt sind.
Auch viele Universitäten und Fachhochschulen stellen interessierten Jugendlichen gerne Informationen zur Verfügung. Auch wenn die Internetseite manchmal recht allgemein ist, kann ein Anruf im Sekretariat durchaus sehr hilfreiche Tipps zutage fördern. Die meisten Hochschulen stellen gern Flyer zur Verfügung, in denen Studieninhalte und –ablauf genauer erklärt werden. Einfach nachfragen!
Nicht zuletzt kann auch ein Besuch beim Arbeitsamt bzw. dem dazu gehörigen Berufsinformationszentrum (BIZ) Eurer Stadt so manchem Unentschlossenen die entscheidende Hilfestellung geben.

Besonders für Mädchen gibt es spezielle Programme
Speziell für Mädchen gibt es zudem viele Anlaufstellen, denn diese sind in technischen Studiengängen und Berufen noch immer kaum vertreten. Auf der Seite des deutschen Ingenieurinnen-Bundes (www.dibev.de) findet ihr unter anderem Statistiken über Frauen im Ingenieurberuf sowie ein Hochschulranking. Interessant sind zudem konkrete Projekte von Unternehmen und Hochschulen, die sich die Förderung von Ingenieurinnen zum Ziel gesetzt haben. Dazu zählt zum Beispiel Siemens mit seinem Programm Yolante (www.siemens.de/yolante), bei dem Studentinnen persönlich betreut werden, oder Universitäten und Fachhochschulen wie Bremen, Hamburg, die RWTH Aachen oder die Fachhochschule Aschaffenburg mit ihrem Projekt MentorING.

Wer sich als Mädchen dagegen einmal etwas genauer umsehen möchte, ob denn ein technischer Beruf in Frage kommt, kann sich sogar direkt in einem Unternehmen umschauen. Der Girl´s Day, der jedes Jahr stattfindet, gibt Schülerinnen die Möglichkeit, sich einen Tag lang mit der beruflichen Praxis vertraut zu machen. Gerade Firmen aus der Technik-Branche können für diese sehr erfolgreiche Veranstaltung jedes Jahr wiedergewonnen werden. Neben einem spannenden Einblick in die Berufsbereiche erhaltet Ihr dabei weitere hilfreiche Links und Informationen zu Ausbildungswegen und -möglichkeiten. Wer also auf der Suche nach persönlichen Erfahrungen ist, kann sich auf der Seite www.girls-day.de einmal genauer umschauen. Vielleicht findet Ihr dort ein interessantes Unternehmen in eurer Nähe, das Euch bei der Entscheidung für einen Ingenieurstudiengang hilfreich sein kann.

Gut informiert ist halb entschieden
Wer also Ingenieur oder Ingenieurin werden will, findet durchaus ein dichtes Informationsnetz – sogar dichter als bei so manch anderem Studiengang. Gerade im Internet kann man nahezu auf jede Frage eine Antwort finden. Man muss eben nur wissen, wo man suchen muss.

Zum Weitersurfen:
www.techportal.de
www.do-ing.rwth-aachen.de
www.ingenieurin-werden.de
www.jugend.igmetall.de
www.karrierefuehrer-automobile.de
www.jobguide.de

Heftnummer: 2006/03
Autor: Klenz, Kristina

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