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Online-Bewerbung im Internet

Richtig bewerben im Internet

Die Stellenanzeige ist online, warum nicht gleich im Internet bewerben? Was vor einigen Jahren noch die Ausnahme war, ist inzwischen zur Regel geworden. Doch mit der neuen Technik kommen auch neue Fallstricke. Wir zeigen euch, worauf es bei Online-Bewerbungen ankommt.

Das Internet hat nicht nur die Art verändert, wie heutzutage Jobs gesucht werden, auch für Bewerbungen ist es – gerade für Schulabgänger und Studenten - nicht mehr wegzudenken. Von Online-Bewerbungen profitiert sowohl ihr als Bewerber wie auch die Unternehmen: Die Unternehmen, weil sie so große Mengen Bewerber wesentlich schneller verarbeiten bearbeiten können, und der Bewerber, weil keine Kosten für Fotos, Kopien und Bewerbungsmappen anfallen. Die einzigen Verlierer sind der Schreibwarenhandel und die Post. Was genau Online-Bewerbung bedeutet, kann je nach Unternehmen und Job allerdings sehr unterschiedlich aussehen.

Per E-Mail

Am nächsten am klassischen Verfahren ist die Bewerbung per E-Mail. Auch hier braucht ihr ein Anschreiben, einen Lebenslauf und Zeugnis-Kopien, und obwohl eine E-Mail wesentlich schneller abgeschickt ist als ein Brief, müssen all diese Dokumente mit der gleichen Sorgfalt geschrieben werden wie ihre Ahnen aus Papier. Via E-Mail solltet ihr euch nur bewerben, wenn die Stellenanzeige danach verlangt. Im Betreff der E-Mail müsst ihr euch dann klar auf diese Stellenanzeige beziehen, damit sofort feststeht um welchen Job es geht. Wichtig ist auch eine seriöse E-Mail-Adresse – haeschen89@gmx.de dürfte für die wenigsten Jobs angemessen sein. Gerade bei E-Mail-Diensten wie GMX und Yahoo ist es außerdem wichtig, die E-Mail nicht über das Webinterface, sonder mit einem Mailprogramm wie Outlook oder Thunderbird abzuschicken, weil sonst automatisch ein Werbehinweis ans Ende der Mail angehängt wird.

In die E-Mail selbst gehört das Anschreiben, in dem kompakt dargestellt wird, warum ihr euch für die Stelle interessiert und warum ihr besonders geeignet seid. Der Lebenslauf kommt in eine eigene Datei und wird angehängt. Dabei solltet ihr darauf achten, dass die Datei nicht größer als 2 MB ist und in einem gängigen Format vorliegt. Besonders gut geeignet sind PDFs, weil sie auf allen Computern genau gleich aussehen und anders als Word-Dateien garantiert virenfrei sind. In den meisten Textverarbeitungsprogrammen gibt es inzwischen die Möglichkeit, direkt in ein PDF zu drucken.

Im Web

Gerade große Unternehmen gehen inzwischen dazu über Bewerbungen nicht mehr per E-Mail, sondern direkt im Browser anzunehmen. Wie das konkret aussieht variiert je nach Branche und Stelle allerdings sehr stark. In der Regel müsst ihr Daten, die sonst Teil eures Lebenslaufs wären, in Formulare eintragen. Das macht es für die Personalabteilung einfacher nach Kandidaten zu suchen, die genau die richtigen Vorraussetzungen mitbringen. Oft umfassen diese Formulare auch Fragen, die etwas ausführlicher beantwortet werden müssen – zum Beispiel wir man auf die Ausschreibung aufmerksam geworden ist. Hier macht es auf jeden Fall Sinn die Antwort in Word vorzuformulieren und zu korrigieren. So könnt ihr eure Antworten unter Umständen auch für andere Bewerbungsformulare weiterverwenden.

Unternehmen wie die Deutsche Bank gehen noch einen Schritt weiter und benutzen ein mehrstufiges Bewerbungssystem. Nach der Registrierung folgen zuerst eine Reihe von Seiten, in denen ihr die wichtigsten Eckdaten wie eure Schulnoten eintragen müsst; ein klassisches Anschreiben oder ein Lebenslauf entfallen hier komplett. Wenig später solltet ihr dann zu einem Online-Test eingeladen werden. Diese Form der Online-Bewerbung nennt man auch E-Assessment. Schneidet ihr in den Tests gut ab, folgt dann ein persönliches Auswahlverfahren, in dem ihr eure Fähigkeiten vor Ort unter Beweis stellen müsst. Sehr ähnlich funktioniert beispielsweise auch die Bewerbung auf Azubi-Stellen bei der Commerzbank. Im E-Assessment geht es darum, mehr von eurer Persönlichkeit zu erfahren. Hierfür kann ein Online-Test natürlich nur Anhaltspunkte liefern: „Der wesentliche Beurteilungsmaßstab für die wichtigen sogenannten weichen Faktoren wie etwa die Teamfähigkeit ist und bleibt natürlich das persönliche Kennenlernen eines Bewerbers“ bestätigt auch Oliver Stoisiek von der Personalabteilung der Deutschen Bank.

Damit ihr bei eurem ersten Online-Test nicht ins kalte Wasser springen müsst, macht es Sinn schon vorher ein bisschen zu üben. Beispielsweise bei einem der Self-Assessment-Angeboten im Internet. Auf Seiten wie dem Allianz Perspektiven-Test könnt ihr kostenlos ein E-Assessment durchspielen und erfahrt dabei, wo eure Stärken liegen und welche Berufe zu euch passen. Auch wenn das Abitur noch vor euch liegt, könnt ihr schon einmal in den Allianz-Test für Studenten schauen. Im Gegensatz zur Schüler-Version gibt es hier auch einige Logik-Rätsel zu knacken, die euch möglicherweise in anderen Assessments wieder begegnen.

Self-Assessment wird inzwischen auch von einigen Universitäten angeboten, um euch bei der Wahl des richtigen Studiengangs zu unterstützen. Mit ein paar Stunden Zeitaufwand könnt ihr auch hier einen Einblick ins E-Assessment und die Anforderungen verschiedener Studiengänge bekommen.

Ob nun per E-Mail, im mehrstufigen Assessment oder per Web-Formular; entscheidend ist, dass man die nötige Zeit in die Bewerbung investiert. Gerade Formulare im Browser verleiten zu hastigen Antworten – anders als im e-Asessment gibt es hier aber keinerlei Zeitdruck. Mit ein wenig Sorgfalt und etwas Glück ist es dann auch kein weiter Weg mehr ins reale Vorstellungsgespräch. (bg)

Heftnummer: 2009/01

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