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Studieren? Go East…
Das Abi in der Tasche beginnt für viele von Euch die Suche nach einem Studienplatz. Die meisten zieht es in den Westen. Dabei glänzen gerade die Unis in Ostdeutschland mit Spitzen-Bedingungen. Zudem lässt es sich dort angenehm leben.
„Wer gut studieren will, komme nach Erfurt“. Martin Luther musste es wissen. Von 1501 bis 1505 hatte der Kirchenreformator schließlich selbst dort gelernt. Auch heute loben Studenten die Lehrstätten in Ostdeutschland. Die Studienbedingungen dort sind deutlich besser als in den alten Bundesländern, besagt eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) von letztem Jahr. „Die neuen Länder liegen im Vergleich fast durchweg an der Spitze“, sagt Cort-Denis Hachmeister von CHE.
Die Universitäten und Fachhochschulen in den neuen Bundesländern sind meist grundsaniert. Die Bibliotheken sind auf dem neuesten Stand, und in Laboren und studentischen Arbeitsräumen stehen modernes Gerät und Computer. Außerdem liegt die Studentenzahl oft unter 10.000: Keine überfüllten Hörsäle, keine Wartesemester wegen andauernder Kursüberfüllung, kein Schlangestehen fürs Gespräch mit dem Professor. Obendrein kostet das Ganze weniger: Keines der neuen Bundesländer verlangt Semestergebühren.
…life is peaceful there
Diejenigen, die Ost-Uniluft geschnuppert haben, sind hochzufrieden, so der Studienqualitätsmonitor 2007, eine Großbefragung von Studenten durch die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS). Angenehm überrascht etwa war der Münchner Thomas Köstler, der in Magdeburg Sicherheit und Gefahrenabwehr studiert. „Ich bin mit Vorurteilen nach Magdeburg gereist, aber mein Studienfach gibt es nur hier“, sagt er im Internet-Werbe-Video der Fachhochschule. „Das Klima hier ist beschaulich. Und die Stadt bietet alle Facetten eines Großstadtlebens, obwohl sie so klein ist.“
Trotzdem strömen diejenigen, die in den neuen Bundesländern Abitur gemacht haben, in den Westen. Und die Studienanfänger von dort bleiben lieber dort – weil sie lieber nah an zuhause bleiben wollen, hat HIS herausgefunden.
Dabei ist das Leben im Osten leichter, gerade „wenn man nicht die wahnsinnigen Finanzmittel in petto hat“, sagt Thomas Köstler. „In Magdeburg wohne ich in einem Jugendstilhaus.“ In seiner Heimatstadt München wäre das undenkbar. Fürs Wohnen geben Studenten in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 195 Euro pro Monat aus. In Bayern müsstet Ihr knapp 260 Euro berappen. Auch Essen und Trinken fressen im Osten merklich kleinere Löcher ins Portemonnaie. In Thüringen etwa kosten Brot, Aufschnitt und Co. monatlich um die 135 Euro. In Rheinlandpfalz bräuchtet Ihr fast 30 Euro mehr.
… in the open air, where the skies are blue
Zudem locken viele Ost-Unis mit schönstem Urlaubsambiente: Das grüne Magdeburg verführt mit „37m² Wiese pro Student“. Rostock und Stralsund reizen mit dem Ostseestrand, und in Zittau laden Kreide-Sandstein-Berge zur Klettertour.
Auch den Service schreiben hier Unis und Städte groß. Die Stadt Jena, ihre Wirtschaft und ihre Uni etwa machen sich auf, „europäisches Studentenparadies“ zu werden. „Zusammen wollen wir unseren Studenten das Studium und das Leben bei uns so angenehm wie möglich machen“, sagt Uni-Pressesprecher Axel Burchardt. Und zwar von Anfang an. Auf ihrer Webseite hält die Friedrich-Schiller-Universität zum Beispiel viele nützliche Tipps und Checklisten bereit, was beim Übergang von der Schule ins Studium wann zu beachten ist (siehe Kasten). Zudem kann jeder das „Studentenparadies“ mitgestalten. „Über ein online-Portal kann jeder nörgeln und sagen, was er sich wünscht. Wir schauen dann, was wir tun können.“
…this is what we’re gonna do
Die nächsten Ferien kommen bestimmt. Vielleicht macht Ihr „einfach mal rüber“ und testet, ob’s stimmt, was Städte und Unis versprechen. Womöglich ist dann die Hürde gar nicht mehr so groß, zum Studieren die eigene Bundeslandgrenze zu überschreiten.
Heftnummer: 2008/03
Autor: Reichert, Cornelia
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